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Kunsthaus Graz

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In die Reihe der Kulturhauptstadt-Projekte fügt sich das Kunsthaus Graz als neues architektonisches Wahrzeichen am Ufer der Mur ein. Das avantgardistische Gebäude bildet eine Achse mit dem historischen Uhrturm auf dem Grazer Schlossberg am linken Ufer der Mur. Das Kunsthaus ist als reine Ausstellungshalle für internationale zeitgenössische Kunst konzipiert. Hier wird weder gesammelt, noch deponiert oder geforscht. Es erfüllt funktionell und technisch alle Anforderungen an den modernen Ausstellungsbetrieb: kostensparende Klimatechnik, großzügige Anlieferungszonen, Werkstätten, Licht- und Sicherheitstechnik auf dem neuesten Stand.

Schutz ungewöhnlicher Werkstoffe

Sicherheit bedeutet auch Brandschutz. Das Kunsthaus besteht aus einer mit Plexiglas verkleideten Stahlkonstruktion. Diese Außenhaut würde im Brandfall schmelzen und Tropfen bilden. Nach eingehender Beratung mit der Grazer Feuerwehr wurde ein Sprühflut-Schutzkonzept erarbeitet.



Das Grazer Kunsthaus bei Nacht
Diese Wasserlöschanlage schützt sowohl die Plexiglashülle von außen als auch einen Hohlraum zwischen Außenhülle und Isolierung, in dem sich die elektrischen Lichtinstallationen befinden. Die große Dachfläche machte die Unterteilung der Sprühflutanlage in 16 Schutzbereiche notwendig. Fibrolaserkabel melden einen Brand so früh, dass eine punktuelle Löschung nur in einem der Bereiche und maximal der benachbarten Gruppen ausgelöst wird. Die sensible Detektionstechnik erspart die Bevorratung sehr großer Löschwassermengen. Schon geringe Mengen Sprühwasser kühlen die Dachkonstruktion und entziehen dem Feuer den Sauerstoff.
 
Herausforderung Geometrie

Die an einen Walkörper erinnernde, außergewöhnliche Dachform des Kunsthauses stellte besondere Anforderungen an die Installation des Rohrnetzes. Auf der gesamten Fläche gab es keine Abschnitte ohne Wölbung. Rund 800 m Rohrleitungen – aus optischen und Witterungsgründen in Edelstahl ausgeführt – mussten den unregelmäßigen Krümmungen angepasst werden. Erschwerend kam hinzu, dass mit Rücksicht auf das Plexiglas auf der Dachhaut nicht geschweißt werden durfte. Die „Pressfittingtechnik“ brachte die Lösung zur beständigen Verbindung der Leitungsrohre. Die Rohre wurden in einen Pressfitting – eine Art Hülse – geschoben. Mit einem Presswerkzeug wurden sie anschließend unter Druck bis zu 200 bar zusammengepresst und miteinander dauerhaft verbunden. Eingelegte Dichtringe sorgen für die immerwährende Dichtigkeit der Rohrverbindung. Für extreme Krümmungen wurden gerade Rohre mit flexiblen Edelstahlschläuchen in den Dimensionen DN 80- DN 50 verwendet.



„Außenhaut“ mit Löschdüsen
Wasser marsch

Nach etwa sechs Monatiger Bauzeit wurde die fertig gestellte Sprühflutanlage in Ihrer Funktion mit Erfolg getestet. Um ein erfolgreiches Löschverhalten zu erreichen, ist es notwendig den jeweiligen Sektor inkl. seiner Nachbarsektoren zu fluten. Dies bedarf etwa 4000 Liter Wasser je Minute. Mit den bevorrateten Löschwassermengen und der entsprechend ausgelegten Nachspeisung wird eine Löschzeit von 30 Minuten erreicht und 120.000 Liter Wasser auf die Dachhaut aufgetragen.