Nach der Eröffnung des neuen Museums in der Albertina, wurde der Tiefspeicher der Albertina 2005 fertig gestellt .
Seit 14. März 2003, der Wiedereröffnung der Albertina, können die Besucher das Museum wieder durch das historische Eingangsportal auf der Bastei an der Südseite des Palais direkt hinter dem Reiterstandbild Erzherzog Albrechts, betreten.
Was den Besuchern jedoch verborgen bleibt, sind die Räumlichkeiten in denen die Kunstsammlung gelagert wird. Mehrere Lager im Ausmaß von knapp 2000 m³ beherbergen die grafische,- die Architektur- und die Foto- Sammlung . Der Tiefspeicher, welcher im Jahre 2005 seiner Bestimmung übergeben wurde, beinhaltet die grafische Sammlung (rund 65.000 Zeichnungen) und annähernd eine 1,5 Millionen druckgrafische Blätter, aller maßgebenden Kunstepochen, von der Spätgotik bis zur zeitgenössischen Moderne beherbergen.

Der Hase von Albrecht DürerDer Tiefspeicher, in welchem ein automatisches Regalsystem eingebracht wurde, liegt unterhalb der Albertina und ist bereits fertig zur Besiedelung. Der Speicher ist 20 m hoch, 40 m lang und 15 m breit. Daneben befinden sich noch vier übereinanderliegende Lager, welche je eine Grundfläche von je rund 200m² und eine Höhe von vier Metern aufweisen. Diese Lager werden hauptsächlich zum Einlagern von historisch wertvollen Druckwerken dienen.
Das diese unwiederbringbaren Werke gegen Zerstörung geschützt werden müssen, lag auf der Hand.
Allen voran wurde auf das Thema Brandschutz allerhöchster Wert gelegt.
Wasser zum Löschen, das wie Feuer die wertvolle Sammlung zerstören würde, kam nicht in Frage.
So entschied man sich, wie auch in der Hofburg beherbergten „Papyrussammlung“, für den Einsatz einer vollautomatischen Gaslöschanlage .
Angesichts der anhaltenden Umweltproblematik und der daraus resultierenden Verordnung bezüglich Einschränkung von HFK und HFKW`s auch als Löschmittel, entschied sich die Burghauptmannschaft, als Vertreter des Bauherrn, in weiser Voraussicht, für ein umweltfreundliches Löschgas. 
Löschdüse im Tiefspeicher der Albertina
INERGEN - umweltfreundliche Alternative zu chemischen Löschgasen
Inergen® eine Mischung aus in der Luft vorkommenden Gasen, nämlich 52% Stickstoff, 40% Argon und 8% CO2 ist ein sauerstoffverdrängendes Löschgas, das auch im Einsatzfalle kein umweltgefährdendes Potential besitzt .
Neben dieser Eigenschaft hat INERGEN als einziges inertes Löschgas auch den Vorteil, dass Menschen während des Löschvorganges in dem zu löschenden Raum, ohne Beeinträchtigung der Gesundheit verbleiben können. Dies basiert auf der Tatsache, der Beigabe von geringen Mengen von CO2, was im menschlichen Gehirn einen physiologischen Trick bewirkt , nämlich das schnellere Atmen in einer sauerstoffreduzierten Atmosphäre.
Einen weiteren Vorteil bietet INERGEN®, nämlich dass bei Austritt des Löschgases es zu keinerlei Nebelbildung kommt und damit auch Panikreaktionen vermieden werden.
Umbauten von chemischen Gaslöschanlagen auf INERGEN® -Löschanlagen können ohne großem Aufwand durchgeführt werden, da das Rohrnetz in nahezu 90% der Anwendungsfälle weiterverwendet werden kann.
Kurzsteckbrief der INERGEN®- Löschanlage in der Albertina
Das Löschmittel selbst wird als komprimiertes, jedoch nicht verflüssigtes Gas, in 80 Liter Stahlflaschen unter einem Druck von 200 bar gelagert. Insgesamt stehen 300 Flaschen a 23,9 kg Gas für die Löschung der insgesamt acht Lager zur Verfügung. Die Anlage ist als Mehrbereichsanlage ausgeführt, was den Vorteil hat, dass jeweils nur für den größten Bereich, Löschmittel bevorratet werden muss.
Über eine Löschsteuerzentrale der Type ZETFAS ®3000, welche ebenfalls aus dem Hause Zettler stammt, wird mittels automatischer optischer Rauchmelder und Brandfühesterkennungsysteme der Type VESDA® ein allenfalls auftretender Brand so rechtzeitig detektiert, dass die Löschanlage zur Auslösung der Löschung angesteuert werden kann.
VESDA®-Rauchansaugsysteme
Wenn es gilt, hohe Risiken und Wertkonzentrationen wie Archivräume, Rechenzentren oder entlegene Schaltschrankräume zu überwachen, ist eine frühzeitige und absolut zuverlässige Detektion unerlässlich.

Zentraleinheit eines lasergesteuerten Brandfrühesterkennungssystems Die lasergesteuerten Rauchansaugsystem VESDA sind dabei wertvoller Helfer. Sie entnehmen einem Raum oder einer Einrichtung Luftproben und werten sie aus. Die Messung erfolgt mittels hochwertiger Sensorik mit Laserlicht, welche die Entnahme auf die Größe und Anzahl der Rauchpartikel untersucht - daraus resultiert eine sichere Unterscheidung zwischen Rauch und Staub. Die Anwendung reicht von Industriebetrieben, historischen Gebäuden, Data Centern, Serverräumen, Schaltschrankräumen bis zu Hochregallagern.
Und nach erfolgter Löschung

Rauchansaugsystem mit Detail AnsaugungNach erfolgter Löschung bleibt der betroffene Raum über 20 Minuten verschlossen, dies bedeutet, dass die löschfähige Konzentration erhalten bleibt um allenfalls auftretende Rückzündungen hintan zuhalten.
Eine manuelle Auslösung der Löschanlage ist ebenfalls möglich, sollte aus organisatorischen Gründen, die Automatik einmal ausgeschaltet sein
Danach müssen nur noch die entleerten, gegen befüllte Flaschen getauscht werden. Damit ist die komplette Anlage wieder 100% funktionsbereit. Da die Wiederbefüllung innerhalb von 24 Stunden erfolgen kann, konnte auf eine Reservebatterie verzichtet werden. Somit ist ein nahezu lückenloser Brandschutz gegeben. Natürlich besteht auch die Möglichkeit eine Reserveflaschenbatterie zu ergänzen, damit gäbe es de facto keine Unterbrechung des vorbeugenden Brandschutzes.
Die Wiederbefüllung mit dem Löschgas INERGEN® kann durch jede Firma, welche Gase abfüllt, erfolgen
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass mit der Errichtung dieser Löschanlage ein weiterer Schritt getätigt wurde, um Österreichs wertvolle Kunst- und Kulturgüter dem wahrscheinlich schlimmsten Feind, nämlich dem Feuer den „Kampf“ anzusagen.